Chronik Altenbrak Wetter 2011 Klärchen machte Sommerferien Der Herbst war 2011 am schönsten Von Jens Schmidt as Jahr 2011 war ein gutes Jahr für Solardachbesitzer und ein schlechtes für Sommerurlauber: In neun von zwölf Monaten schien die Sonne öfter als üblich; doch ausgerechnet in den Ferienmonaten Juli und August machte auch Klärchen Urlaub. Die meisten Überstunden absolvierte die Sonne im März und im Oktober, als sie ihr Soll mit mehr als 150 Prozent übererfüllte. Im trübsten Monat Juli kam sie gerade mal auf maue 71 Prozent. Der Hochsommermonat war kühler als der Juni und der August, was recht selten vorkommt. Entschädigt wurden enttäuschte Urlauber mit einem außergewöhnlich schönen Altweibersommer und einem goldenen Herbst. Am ersten Oktoberwochenende sonnten sich die Sachsen-Anhalter bei 26°C. Solch einen sommerlichen Oktober gab es zuletzt 1985. Der November brach dann sogar einen Jahrhundert-Rekord; Es war der trockenste „Nebelmonat“ seit dem Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen in Mitteldeutschland vor über 150 Jahren. Oft stand das Wetter im elften Monat Kopf: Während die Börde unter grauem Nebel lag, schien auf dem Brocken die Sonne. Mit 184 Sonnenstunden und fast 19°C am 6. November verzeichnete die Wetterstation auf dem Harzgipfel neue Rekorde. Verantwortlich dafür war eine außergewöhnlich starke und stabile Hochdrucklage über Mitteleuropa, die sämtliche Sturmtiefs vom Atlantik abwehrte. Mit kleinen Unterbrechungen beherrschten Hochs von Ende September bis zum 1. Dezember das Wetter. „So eine Lage im Juni, und wir hätten einen Jahrhundertsommer gehabt“, sagte Stefan Wilke vom Deutschen Wetterdienst in Magdeburg. Im Durchschnitt war das Jahr 2011 etwas zu trocken – allerdings verläuft die Niederschlagskurve in steiler Berg und Talfahrt: Nasser Januar, trockener Frühling, verregneter Sommer, knochentrockner November. Gleich zu Jahresbeginn wurde es sogar gefährlich: Nach heftigem Flockenwirbel im Dezember 2010 ließ milde Januarluft den Schnee in kürzester Zeit tauen. Die Flusspegel schossen auf bedrohliche Höhen. Am 20. Januar wurden in Magdeburg 6,28 Meter gemessen, 4,33 Meter über normal. Dies war nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 und der Frühjahrsüberschwemmung 2006 die dritte heftige Flut innerhalb von neun Jahren.