Chronik Altenbrak Arbeitslosenzahlen      Ende 2012 Eurokrise, Solarkrise und der Winter hinterlassen Spuren auf dem Arbeitsmarkt Arbeitgeber stellen weniger Beschäftigte ein. Halle: In Sachsen Anhalt ist die Arbeitslosigkeit zum Jahresende merklich angestiegen. Im Dezember waren 132 400 Menschen ohne Job. Das waren 7000 mehr als im November 2012, jedoch 2800 weniger als im Vorjahresmonat, wie die Regionaldirektion Sachsen- Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 11,2 Prozent nach 10,6 Prozent im November. Im Dezember 2011 hatte Sachsen-Anhalt eine Arbeitslosenquote von 11,3 Prozent. Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit seien die Winterpause, wo Arbeiten etwa auf dem Bau ruhten. So sei im Dezember besonders stark die Zahl der arbeitslosen Männer auf 71 100 gestiegen. Im Vergleich zum November waren es 5500 oder 8,4% mehr. Der Anteil der arbeitslosen Männer lag im Dezember bei 53,7%, der Frauen bei 46,3% (61 265 arbeitslose Frauen). 10600 junge Menschen unter 25 Jahren waren zum Jahresende arbeitslos, 200 mehr als im November, aber 600 weniger als im Vorjahr. Jeder dritte Arbeitslose im Land (35,5 Prozent) sei ein Jahr und länger ohne Job. „Die Unsicherheiten im Euroraum wirken sich weiterhin auf Sachsen-Anhalt aus. Arbeitgeber halten sich zurück, was Neueinstellungen betrifft und setzen dafür auf ihre vorhandenen Fachkräfte“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius. Rund 3400 offene Stellen wurden im Dezember 2012 von Arbeitgebern gemeldet, 600 weniger als im November. Dennoch würden Fachkräfte gesucht, vor allem in der Metallbranche, im Sozial- und Pflegebereich. Laut den bisher aktuell vorliegenden Zahlen waren Ende Oktober 2012 in Sachsen-Anhalt 763 900 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 1800 weniger als im Vormonat und sogar 8100 weniger als im Oktober 2011. Bereits seit Juni 2012 lag die Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung unterhalb des jeweiligen Vorjahresniveaus. Die Krise in der Solarbranche habe Sachsen-Anhalt hart getroffen, sagte ein Sprecher der Regionaldirektion. So musste der Großteil der insolventen Firma Sovello mit einst 1200 Beschäftigten gehen. Das Unternehmen gehörte zu den großen Arbeitgebern am Solarstandort „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen. Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2012 im Vergleich zum Vormonat um 88 000 auf 2,84 Millionen gestiegen, die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2% auf 6,7 Prozent. Sachsen-Anhalt regierte mit seiner Arbeitslosenquote (11,2%) auf dem drittletzten Platz vor Berlin (11,6%) und Mecklenburg-Vorpommern (12,0%). In Ostdeutschland (mit Berlin) steht Thüringen mit 8,2 Prozent am besten da. Für das Jahr 2013 erwartet BA-Chef Frank-Jürgen Weise weder einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit noch eine Trendwende zum Schlechteren. „Wir gehen davon aus, dass wir die Lage stabil halten können“, sagte Weise. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rechnet trotz der abflauenden Konjunktur im neuen Jahr mit keinem gravierenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Die Chancen stehen gut, dass der Arbeitsmarkt weiter robust reagiert“, sagte sie in Berlin. Mit der Entwicklung im Jahr 2012 zeigte sich BA-Chef Weise zufrieden: „Der Arbeitsmarkt musste sich in einem schwierigen Umfeld bewähren. Er hat auf diese Herausforderungen robust reagiert.“ Aus Sicht der betroffenen Arbeitnehmer beschrieb Bundesagenturchef Weise die Lage so: „Das Risiko, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, ist weiterhin sehr gering. Die Chance als Arbeitsloser, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, ist in den vergangenen Monaten dagegen etwas schwieriger geworden. 60 000 Arbeitslose mehr als im Vorjahr Nürnberg: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember 2012 gestiegen – und zwar um 88 000 auf 2,840 Millionen. Das waren 60 000 mehr als vor einem Jahr. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember sei üblich, er sei Ende 2012 aber etwas stärker als in den vergangenen Jahren ausgefallen.