Chronik Altenbrak 31.12.2014 Politische Affären und Verdacht auf Kungeleien   Stendal/Wolmirstedt   ●・ Gleich drei politische Affären haben Sachsen-Anhalt in diesem                                                 Jahr erschüttert. Wahlbetrug in Stendal: Er bekam 689 der 6100 Briefwahlstimmen, doch nur 148 von den mehr als 29 000 Stimmen, die bei der Stendaler Stadtratswahl am 25. Mai in den 37 Wahllokalen abgegeben wurden: An diesem Wahlergebnis des CDU-Kandidaten Holger Gebhardt konnte etwas nicht stimmen. Von der Volksstimme Anfang Juni aufgedeckt, wurde daraus Sachsen-Anhalts bislang größter Wahlskandal. Stadtwahlleiter Axel Kleefeldt musste Ende Juni eine Panne im Rathaus einräumen: Dort waren an zwölf Bevollmächtigte 189 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden, erlaubt waren indes maximal je vier. Inzwischen steht fest: Mehr als 50 Vollmachten sollen gefälscht sein. Diese Manipulation hat weitreichende Konsequenzen: Eine Wiederholung der Briefwahl im November war von den Fälschungen ebenfalls überschattet. Ende Mai muss nun der gesamte Stadtrat neu gewählt werden. Gebhardt trat aus der CDU aus und verlor seinen Arbeitsplatz bei der Stadt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zehn Verdächtige – darunter Stendals CDU-Chef Wolfgang Kühnel. Der Sparkassen-Skandal: Die Aufarbeitung des Stendaler Sparkassen-Skandals zog in diesem Jahr weitere Kreise. Dem langjährigen Sparkassen-Chef Dieter Burmeister wird nunmehr nicht nur ein Millionen- Schaden wegen zu häufig gewechselter Dienstwagen zur Last gelegt. Er soll auch eigenmächtig riskante Kredite eingefädelt haben – darunter für Firmen des Kreistags- vorsitzenden Lothar Riedinger (CDU). Auch hier soll ein Millionen-Schaden entstanden sein. Die entscheidenden Gerichtsverhandlungen stehen 2015 an. Affäre um die Jahnhalle: Im August wurde durch Recherchen der Volksstimme bekannt, dass die EU 570 000 Euro Fördermittel vom Land zurückfordert, die für die Sanierung der Jahnsporthalle in Wolmirstedt geflossen sind. Das Projekt soll nicht förderfähig, die Kontrollen der Landesbehörden „mangelhaft“ gewesen sein. Das Land bestreitet das. Im November hat Sachsen-Anhalts CDU-Parteichef Thomas Webel im Landtag Anschuldigungen zurückgewiesen, in die Affäre verwickelt zu sein. Webel war zur Zeit der Sanierung Landrat des Landkreises Börde. Das dort ansässige Rechnungsprüfungsamt hat bereits damals auf fehlende Ausschreibungen und Rechnungen hingewiesen. Letztere sind laut Webel nachgereicht worden.