Chronik Altenbrak 19.02.2016 Ein Leben für die Harzer Kultur        Rita Hinze aus Altenbrak singt auch zu ihrem 80. Geburtstag für                                      Touristen in Hasselfelde Von Burkhard Falkner Hoch über der Bode in Altenbrak wohnt Rita Hinze und trägt Bilder in die Chroniken für Trachtengruppe und Jodlerwettstreit ein. Oder sie bereitet wie ebenfalls seit Jahrzenten einen neuen Folkloreauftritt vor. Wie den zu ihrem 80. Geburtstag. Unser Ort an der Bode ist seit Jahrzehnten für zwei Sachen besonders bekannt: für eine nicht lange nach dem letzten Krieg bereits gegründete und von 1949 bis heute aktive Trachtengruppe und für einen Jodlerwettstreit, der dieses Jahr auch schon zum 64. Mal ausgetragen wird. Wer diese Konstanten in der Harzer Kulturlandschaft erleben will oder gar etwas über ihre reiche Geschichte erfahren will, kommt an den Hinzes nicht vorbei. Seit über 50 Jahren sammeln Rita (ab heute 80) und Karl Hinze (84) in ihrer Wohnung Unmengen von Bildern, Wandzeitungen, Erlebnisberichten und auch zig Zeitungsartikel aus der Volksstimme. Fein säuberlich stellt Rita Hinze daraus dann mittlerweile dicke Chroniken der Trachtengruppe und des Jodlerwettstreites zusammen.  Auch wenn die angehenden Köche und Restaurantfachfrauen nebenan im Hotel „Zum Harzer Jodlermeister“ ihren praktischen Prüfungstag absolvieren, dokumentiert Rita Hinze das seit Jahren ebenfalls immer wieder. Das Archivieren macht viel Arbeit, ist aber auch nur eine Seite der ehrenamtlichen Emsigkeit beider Harzer Urgesteine aus Altenbrak. Denn „natürlich“ singen Rita und Karl selbst in der Trachten-gruppe fleißig mit. Rita Hinze schon seit 1963. Damals war ihre 1945 aus Schlesien vertriebene Familie gerade ein Jahr in Alten-brak. Die Folklore habe ihr geholfen, heimisch zu werden, sagt sie. Seit etwa 30 Jahren gehören auch ihre Lichtbild-vorführungen, manche würden sie heute Events nennen – zum Kulturangebot in Altenbrak. Dabei werden nicht nur „klack, klack“, wie sie erzählt, Bilder gezeigt. Martina Weber, Andreas Knopf, Hildegard Gödecke und die beiden Hinzes lockern das Programm mit Liedern und Gedichten auf. So etwas Schönes hätte er auf der ganzen Welt noch nicht gesehen, habe mal ein Gast zu ihr gesagt, berichtet Rita Hinze nicht ohne Stolz. Ruhiger zu treten, das ist für sie auch mit 80 nicht drin. „Im Gegenteil“, sagt sie, „es wird immer mehr, wir sind so oft unterwegs.“ Am Mittwoch erst waren Hinzes mit der Trachtengruppe in Leipzig zur Eröffnung der Messe „Haus, Garten, Freizeit“. Heute, an ihrem Geburtstag, singen beide mit den Folkloristen um Ernst Jirka beim Harzer Abend in der Köhlerhütte. Vielleicht wird ja danach doch ein bisschen gefeiert. Die nächste Aktion ist sicher in Sicht. All dieser Einsatz bleibt für die Harzerin mit Leib und Seele auch mit 80 selbstverständlich. Er bringe ja anderen Freude, und ihr selbst auch, wie sie herzhaft lachend zugibt: „Sonst würd‘ ich‘s ja nicht machen!“