Chronik Altenbrak 12.03.2017 Leichtes Gästeplus im Bodetal Trend geht zum Kurzurlaub / Verweildauer liegt im Durchschnitt bei drei Tagen Einen leichten Zuwachs bei Gästen und Übernachtungen können die Touristiker im Bodetal für das vergangene Jahr verzeichnen. Die Verweildauer liegt im Durchschnitt bei drei Tagen. Jeder fünfte Urlauber in der Kernstadt Thale ist ein Kind. Von Ingmar Mehlhose Thale ● „Wir hatten im vergangenen Jahr 133 137 Gäste und 406 366 Übernachtungen“, sagt Evelyn Diederich. Dies entspreche nach Angaben von Thales Tourismuschefin einem leichten Zuwachs von 5,4 beziehungsweise 1,9 Prozent gegenüber 2015. Das sei ein Beleg dafür, dass sich das Bodetal zunehmend zu einem Ziel für Kurzurlauber entwickelt. Dieser allgemeine Trend werde von Experten wie jenen der gemeinnützigen Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen bereits seit Längerem beobachtet. Ebenfalls auffällig: Übernachtungen würden immer spontaner geordert. Jeder fünfte Reservierungswunsch gehe innerhalb von drei Tagen vor Antritt ein.                                Blick auf das wildromantische Bodetal. Der „Grand Canyon“ des Ostharzes hat im Evelyn Diederich: vergangenen Jahr Archivfoto: Burkhard mehr als 133 000 Gäste angezogen. Falkner „Etwa 40 Prozent der Buchungen erfolgen erst zwei Wochen vor dem Urlaub.“ Dies bedeute für die Anbieter vor Ort eine größere Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen. Ausnahmen bildeten lediglich die Ferienzeiten und Walpurgis. Hier würden Besucher in der Regel längerfristig planen. Damit im Einklang stehe der Fakt, dass die meisten Erholungssuchenden aus dem näheren Umfeld anreisen. Gut 16 Prozent stammten aus Sachsen-Anhalt, jeweils 15 Prozent wohnten in Niedersachsen und Sachsen. Weitere wichtige Einzugsgebiete seien Brandenburg (elf Prozent), Berlin (zehn) sowie Westfalen (acht Prozent). Die Verweildauer insgesamt liege im Durchschnitt bei drei Tagen. Die Tourismuschefin: „Betrachten wir die einzelnen Ortsteile von Thale, so zeigen sich durchaus Unterschiede bei den Ergebnissen des vergangenen Jahres.“ Die größten Zuwächse könnten die Kernstadt mit +7,5 Prozent bei Gästen und +3,4 Prozent bei Übernachtungen sowie Allrode (8,6 und 2,6 Prozent) verzeichnen. In Friedrichsbrunn sei das Plus mit 0,7 beziehungsweise 1,8 Prozent geringer ausgefallen. Trotz der Schließung zweier Hotels in Altenbrak ab Sommer 2016 seien dort 2,3 Prozent Gäste mehr als im Vorjahr registriert worden. Der Rückgang bei Übernachtungen habe im Vergleich zum Vorjahr bei -2,2 Prozent gelegen. Evelyn Diederich: „Nur in Treseburg ist die Gesamtbilanz schlechter ausgefallen.“ Die 3,6 Prozent minus bei Besuchern und -7,9 Prozent an Bettenbuchungen seien auf die monatelange Schließung eines Hotels wegen Erkrankung seines Inhabers zurückzuführen. Derzeit stünden 3215 Nachtlager bereit, 312 mehr als 2015. Die Expertin: „Wir beobachten vor allem in Thale eine starke Zunahme von Privatvermietern, die Wohnungen für Urlauber zur Verfügung stellen.“ Besonders hoch sei im Übrigen der Anteil an Familien in Thale. Evelyn Diederich: „Jeder fünfte Gast ist ein Kind.“ Für diese Zielgruppe sei in den vergangenen Jahren durch private und öffentliche Investitionen ein umfassendes Angebot geschaffen worden. In Friedrichsbrunn betrage der Anteil der jüngsten Besucher noch 14 Prozent. In den auf Wellness und Wandern spezialisierten Ortsteilen Allrode, Altenbrak und Treseburg seien es weniger als elf Prozent. Für die nächsten Wochen kündigte die Tourismuschefin die Überarbeitung des 2012 erstellten Internetauftritts an. Er solle dann automatisch auch auf Handy und Tablet verfügbar sein. Zudem werde gerade der bei den Gästen äußerst beliebte Flyer in einer Auflage von 10 000 Stück neu gedruckt. „Wir erwarten ein Jahr mit Zuwächsen“, zeigt sich derweil auch Thomas Balcerowski zuversichtlich. Thales Bürgermeister (CDU) verweist dazu auf das neueste Vorhaben. Am Eingang zum Bodetal errichte die Firma Novasol einen Park mit mehr als 50 Ferienhäusern. Balcerowski: „Das wird sich positiv auf die Nachfrage und unseren Bekannt- heitsgrad als Tourismusstandort auswirken.“ Für eine weitere Ferienanlage solle 2017 der Baustart erfolgen.