Chronik Altenbrak 31.03.2017 Niedrigwasser im Oberharz Talsperrenbetrieb verzeichnet erneut Trockenjahr und haushaltet mit Naturgut Das Frühjahr 2017 bleibt trocken, ein Hochwasser ist unwahrscheinlich, so die Prognose im Talsperrenbetrieb des Landes. Wasser wird vorsorglich „eingestaut“. Die öff entlichen Führungen beginnen am Sonnabend wieder. Von Burkhard Falkner Oberharz/Wendefurth ● „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass“, besagt eine Bauernregel. Gefüllt würden durch so ein kühles nasses Wetter dann auch die Harzer Talsperren. Doch danach sieht es für dieses Jahr bisher nicht aus. Im Gegenteil. Die Schnee- schmelze sei vorbei und habe keine besonders großen Zuläufe in die Talsperren des Bodestauwerkes auf dem Gebiet der Stadt Oberharz gebracht, informierte Joachim Schimrosczyk, Leiter für Betrieb und Überwachung im Talsperrenbetrieb des Landes, Sitz Blankenburg, auf Volksstimme-Anfrage. Zudem „nehme“ sich die Natur quasi jetzt im beginnenden Frühjahr verstärkt Wasser für das überall einsetzende Pflanzenwachstum auf Wiesen und in Wäldern, odass die Zuläufe auch aus diesem Grunde geringer ausfallen als im Durchschnitt. Das dritte Jahr in Folge, so Schimrosczyk weiter, habe der Talsperrenbetrieb mit so einem Trockenfrühjahr zu tun. Ein Problem sei das nicht. Etwas mehr Wasser habe es zuletzt 2013 gegeben. Aber das sei auch nicht zu vergleichen mit den reichlichen Niederschlägen 2007, dem Jahr des „Kyrill“- Sturms mit nachfolgenden vielen Niederschlägen, oder etwa mit dem Hochwasser von 1994, als die Wendefurther Talsperre überlief. Was gewollt war, um Schlimmes zu verhindern. Dieses Jahr gelte es dagegen wieder, mit dem Naturgut Wasser zu haushalten, so der Leiter für den Betriebsablauf an den Talsperren. Es zeichne sich ab, dass es dies Frühjahr kein Hochwasser geben wird. Am Hauptstauwerk, der Rappbodesperre, sei der Wasserstand bereits vorsorglich langfristig erhöht worden von schlappen 65 Millionen Kubikmetern, auf die der Wasserstand gesunken war, auf derzeit gut 94 Millionen Kubikmeter. (Möglich sind im Betriebsstau 105 Millionen Kubikmeter.) Mit dem Vorrat könnten alle Aufgaben, auch zum Betrieb der Turbinen zur Energieerzeugung, erfüllt werden, betonte Schimrosczyk. Lediglich an der Turbine in der Talsperre Wendefurth werde noch gearbeitet. Die Reparatur werde aber bald abgeschlossen, und auch das kleine Mini- kraftwerk als „Wasserreiter“ soll am Fuße der Staumauer erneut ins Wasser gesetzt werden. Ab Sonnabend sind die Anlagen in Wendefurth auch wieder zu besichtigen. Dann startet der Talsperrenbetrieb in seine Saison mit Führungen ab Info-Zentrum für jedermann. Mittwochs um 14 Uhr und sonnabends um 11 Uhr beginnt je ein Kurzvortrag. Danach gehen die Besucher in die Staumauer, können sich hautnah ein Bild von den Anlagen machen, während oben das Wasser weiter gestaut wird. Foto: Burkhard Falkner