Chronik Altenbrak 01.08.2017 Bundesrat bestätigt zahlreiche Gesetze Berlin (dpa) ● In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Bundesrat für eine Reihe von wegweisenden Gesetzen grünes Licht gegeben. Ehe für alle: Schwule und Lesben dürfen künftig heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren. Das Gesetz zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle nahm mit der Zustimmung des Bundesrats die letzte parlamentarische Hürde. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare noch vor dem Bundesverfassungsgericht landet. Rente: Die Renten in Ost und Westdeutschland werden bis 2025 komplett angeglichen. Dieser Prozess soll in sieben Schritten erfolgen und bereits 2018 beginnen. Zudem werden die Betriebsrenten reformiert: Beim neuen Modell einer Zielrente entfallen für die Arbeitnehmer Rentengarantien, also fest zugesagte Auszahlungshöhen. Darüber hinaus billigte der Bundesrat Änderungen bei der Erwerbsminderungsrente. Wer aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten kann, wird finanziell besser gestellt. Strompreise: Auf dem Strommarkt werden bis zum Jahr 2023 die Netzentgelte bundesweit angeglichen. In Nord und Ostdeutschland dürften dadurch die Strompreise sinken – die Netzentgelte, die rund ein Viertel der Stromkosten ausmachen, sind dort nämlich besonders hoch. Stromkunden im Westen und Süden der Republik müssen allerdings mit höheren Preisen rechnen. Kriminalität: Bei Wohnungseinbrüchen greifen in Zukunft härtere Strafen. Nach der vom Bundesrat gebilligten Gesetzesverschärfung gilt für den Einbruch in eine „dauerhaft genutzte Privatwohnung“ eine Mindeststrafe von einem Jahr. Internet: Online-Netzwerke sind künftig verpflichtet, härter gegen Hass und Hetze im Internet vorzugehen. So müssen Facebook, Twitter und YouTube strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen. Für weniger eindeutige Fälle ist eine Frist von sieben Tagen vorgesehen. Bei systematischen Verstößen gegen die Löschvorgaben drohen Strafen bis zu 50 Millionen Euro. „Staatstrojaner“: Die Kommunikation über Messenger Dienste wie WhatsApp darf künftig von Ermittlern überwacht werden. Dafür können die Behörden „Staatstrojaner“ installieren – also Software, die sich heimlich im Gerät einnistet und Daten weitergibt. Pflege: Mit einer modernisierten Ausbildung sollen Pflegeberufe ab dem Jahr 2020 attraktiver werden: Pflegekräfte für Alte, Kranke und kranke Kinder durchlaufen dann in den ersten beiden Jahren eine gemeinsame Ausbildung. Im letzten Jahr können sie die bisherige, allgemeine Ausbildung fortführen oder sich spezialisieren. Auszubildende in der Pflege müssen kein Schulgeld mehr bezahlen, sondern bekommen eine Ausbildungsvergütung. Verbraucher: Ab dem kommenden Jahr dürfen Händler in vielen Fällen keine speziellen Gebühren für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften mehr verlangen. Diese Regelung gilt europaweit.