Chronik Altenbrak 14.01.2019 27 Jahre an der Spitze Der Ortswehrleiter übergibt an seinen Nachfolger. Bei seinem intensivsten Einsatz war er noch recht frisch im Amt. Aus der Mitteldeutschen Zeitung Von Benjamin Richter Die Erleichterung ist Ralf Schmidt anzumerken: Mit Mark Günther hat er endlich einen Nachfolger im Amt des Leiters der Altenbraker und Treseburger Ortsfeuerwehr gefunden. Nach 27 Jahren an der Spitze verabschiedet sich der 53-jährige aber nicht etwa, sondern steht seinem vorherigen Stellvertreter Günther künftig selbst als Stellvertreter zur Seite – eine Personalrochade, die keine Lücke reißt. „Dieser Wechsel hat sich schon eine Weile lang angekündigt“, erklärt Schmidt. In den Vorjahren habe es bereits mehrere aussichtsreiche Kandidaten gegeben, die seinen Posten jedoch alle nicht übernehmen wollten. Ralf Schmidt ist überzeugt, dass sein ehemaliger Posten mit dem 36-jährigen Mark Günther kompetent besetzt ist: „Das wird er gut auf die Reihe kriegen“. Als Stellvertreter ist es ab sofort Schmidts Aufgabe, in die Rolle des Ortswehrleiters zu schlüpfen, wenn der krank oder verhindert ist. Das bedeutet, dass er auch künftig gelegentlich die Wehrmannschaft bei Einsätzen leiten, neue Ausrüstung beschaffen und sich und sich um  Ausbildung und Schulung kümmern wird. Aber auch darüber hinaus stimmen sich Leiter und Stellvertreter in vielen Angelegenheiten ab: „Es gibt einige Sachen, die man nicht alleine Entscheiden will oder kann.“ Dazu gehöre unter anderem der Dienstplan für die 22 aktiven Kameraden. Bereits seit 1982 setzt sich Schmidt für die Ortsfeuerwehr seines Heimatdorfes Altenbrak ein. In dieser Zeit hat er sich zum Atemschutzgeräteträger, zum Zugführer und zum Maschinisten für Löschgruppenfahrzeuge ausbilden lassen. Als intensivster Einsatz in den 36 Jahren ist ihm das Bodehochwasser 1994 in Erinnerung geblieben. „Wir waren damals fast zwei volle Tage  lang beschäftigt“, blickt er zurück. Im vergangenen Sommer hatte die Wehr bei zahlreichen Waldbränden alle Hände voll zu tun. Meistens eilte sie dabei benachbarten Ortswehren zu Hilfe. „An uns selbst ist das ganze gut vorüber gegangen“, bilanziert Schmidt. Einen einzigen Waldbrand habe es 2018 auf dem Gebiet seiner Ortsfeuerwehr gegeben, in der Nähe von Wendefurth. Allzu weit können die Kameraden mit ihrem einen Rettungswagen nicht ausrücken, schickt der frisch gebackene Stellvertreter hinterher. Wenn wir hier wegfahren, ist keiner mehr da“, gibt er zu bedenken. Die unmittelbaren Nachbarorte unterstütze man jedoch, so gut man könne. Zu rund 25 Einsätzen rückt die Wehr, die sich seit 2016 aus den Ortswehren von Altenbrak und Treseburg zusammensetzt, im Jahr aus. Dazwischen findet Ralf Schmidt im Feuerwehrhaus in der Straße Unterdorf immer etwas zu tun. „Die Ausrüstung in den Fahrzeugen beschäftigt mich regelmäßig“, schildert er. Wenn es ernst werde, sollten Pressluftatmer, Handscheinwerfer und Co schließlich einwandfrei funktionieren. „Dazu kommen die Berichte und Listen, die die Behörden fordern und die immer mehr Zeit kosten.“ Vor einigen Jahren sei das noch anders gewesen. Sein ganzes Leben lang hat Ralf Schmidt in Altenbrak gewohnt, Heute teilt er dort eine Wohnung mit seiner Lebensgefährtin und seinem jüngeren Sohn. „Der große ist schon raus“, merkt er an. Zur Arbeit fährt Schmidt nach Blankenburg, wo er beim Fahrzeug und Entwicklungswerk Gleisanlagen und Güterwagen überprüft. An seinem Heimatort schätzt der 53-jährige vor allem die Gemeinschaft: „Man kennt jeden.“ Außerdem gefällt ihm, dass man in Altenbrak seine Ruhe habe und mitten in der idyllischen Natur lebe.